Besonderheiten der Vereinsbibliothek Nr. 10

Besonderheiten der Vereinsbibliothek Nr. 10

Noch bis Ende August führt das Archäologische Museum Hamburg archäologische Ausgrabungen im Bereich der mittelalterlichen Neuen Burg durch. Das Grabungsareal liegt auf historisch bedeutsamem Gelände, und der Straßenname »Neue Burg« erinnert noch heute an die im Boden verborgene Festung. Das Gebiet gilt als Keimzelle der Hamburger Neustadt und birgt ein einzigartiges Denkmalensemble.

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Eine Reise durch die Schichten: Was haben die Archäologen schon gefunden?

Das Gebiet gilt als Keimzelle der Hamburger Neustadt und birgt ein einzigartiges Denkmalensemble. Archäologisch betrachtet gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte immer noch viele Rätsel auf. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Neuen Burg als Nachfolgebau der Hammaburg zu. Durch die aktuelle Grabung können die Archäologen jetzt neue spannende Erkenntnisse zur frühen Geschichte sammeln.

Bereits 2014 und 2016 haben die Experten des Museums Reste des Westwalls ausgegraben. In den darauf folgenden Jahren 2017 und 2019 konnten sie zudem Teile des Ostwalls untersuchen. Damals sorgten die Ergebnisse bereits für eine Überraschung: Anhand der Jahrringe der hervorragend erhaltenen Bauhölzer konnte nachgewiesen werden, dass die Neue Burg rund 40 Jahre älter war, als zuvor angenommen. Ihre Gründung fällt damit in das Jahr 1021, sie wurde also vor fast genau 1000 Jahren erbaut. Nun machen erneut umfangreiche Baumaßnahmen am Nikolaifleet archäologische Ausgrabungen notwendig, die das Archäologische Museum Hamburg noch bis Ende August durchführen wird. »Seit sieben Jahren begleiten wir jede Baustelle rund um den Hopfenmarkt archäologisch. Dabei stößt das Grabungsteam immer wieder auf neue Puzzlesteine, die das Bild von Hamburgs früher Stadtgeschichte vervollständigen. Besonders die spektakulär erhaltenen Holzkonstruktionen der Burganlage sind für uns Archäologen von großem Wert«, so Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

An kaum einem anderen Ort in Hamburg reichen die archäologischen Schichten so tief wie hier im Mündungsdreieck zwischen Alster und Elbe. Tausende geborgene Funde und dokumentierte Baustrukturen erzählen von den Anfängen Hamburgs und gewähren Einblicke in das alltägliche Leben der früheren Bewohner. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und hatte einen Durchmesser von 160 Metern. Ihr mächtiger Wall war an der Basis 36 m breit und 5 m hoch und war das weithin sichtbare Zeichen herzoglicher Macht. Gleichzeitig sicherte sie Hamburg gegen feindliche Angriffe. Auf der aktuellen ca. 210,00 m² großen Grabungsfläche im östlichen Teil der Burg war es den Archäologen nun erstmals möglich, die Walloberkante sowie den inneren Wallfuß zu dokumentieren, und auch die Besiedlungsgeschichte vom 11. Jahrhundert bis hin zum Großen Brand von 1842 konnte fast lückenlos nachgewiesen werden. Dies war nur möglich, da genau hier das Areal nach dem Brand nicht mit Häusern überbaut worden ist. So konnte der Wall an dieser Stelle erstmals in seiner kompletten Höhe und mit hervorragend erhaltenen archäologischen Befunden erfasst werden.

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