Drucken

Vortragsprogramm – Herbst 2022

 

Wir freuen uns sehr, Sie im Herbst 2022 wieder zu unserem Vortragsprogramm einladen zu dürfen!

 

Die aktuellen Schutzmaßnahmen des Museums für Hamburgische Geschichte finden Sie hier: https://shmh.de/de/schutzmassnahmen-corona

 

Eine Anmeldung in der Geschäftsstelle des VHG ist nicht mehr erforderlich.

 

Bitte beachten Sie jeweils den Veranstaltungsort:

Das Museum für Hamburgische Geschichte ist im Holstenwall 24

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg „Carl von Ossietzky“ ist im Von-Melle-Park 3

Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung ist im Kattrepel 10

Der Erwin-Panofsky-Hörsaal (Hörsaal C) der Universität Hamburg ist im Hauptgebäude an der Edmund-Siemers-Allee 1

 

Mittwoch, 14. September 2022, 17 Uhr (!), Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, Kattrepel 10

In Zusammenarbeit mit der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung

Ausstellungsbesuch: „Schmidt! Demokratie leben“ (Um Voranmeldung in der VHG-Geschäftsstelle bis zum 12. September wird gebeten.)

Wer war Helmut Schmidt? Was hat seine Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg mit seiner Finanz-, Wirtschafts- und Europapolitik als Kanzler und Minister zu tun und warum reiste er so oft in die USA und nach China? Die Ausstellung vermittelt Einblicke in ein Jahrhundert deutscher und internationaler Zeitgeschichte und wirft Schlaglichter auf die – noch immer aktuellen – Konfliktthemen vor allem der 1970er- und 1980er-Jahre.

Durch die Ausstellung führt der Kurator Dr. Magnus Koch, der in der Stiftung die Abteilung Ausstellung und Geschichte leitet.

 

Mittwoch, 28. September 2022, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek, Von-Melle-Park 3

In Zusammenarbeit mit Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Vortrag: Felix Matheis M.A.: „Arisierung“ und Ausbeutung als Expertenaufgabe – Der Hamburger Ökonom und NS-Funktionär Walter Emmerich im besetzten Polen.

Die Nationalsozialisten unterwarfen das Generalgouvernement Polen einer brutalen antijüdischen Verfolgungspolitik sowie einem rücksichtslosen Ausbeutungsregime. Einer der führenden Köpfe dieser Herrschaftspraxis war der Hamburger Ökonom Walter Emmerich, der seit 1940 in der Krakauer Besatzungsregierung als defacto-Wirtschaftsminister tätig war. Dieser hochqualifizierte Experte für antisemitische Verdrängungsmaßnahmen, Handelsökonomie und Exploitation verantwortete dort die wirtschaftspolitischen Dimensionen des NS-Verbrechenskomplexes. Als gut vernetzter Lobbyist und Multifunktionär der Hamburger Wirtschaft sorgte Emmerich mit dafür, dass zahlreiche hanseatische Kaufleute sich an der Besatzung auf profitable Weise beteiligten.

Der Historiker Felix Matheis hat zur Teilhabe hansestädtischer Handelsfirmen an der nationalsozialistischen Besatzungspolitik im Generalgouvernement von 1939 bis 1945 promoviert.

 

Mittwoch, 26. Oktober 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Dr. Jan Zimmermann: Ansichten von Hamburg – als das Foto zum Massenmedium wurde.

Der fotohistorische Blick auf Hamburg hat bisher zwei Schwerpunkte: zum einen auf die frühen Daguerreotypien, vor allem Hermann Biows Aufnahmen vom Großen Brand 1842, zum anderen auf die großformatigen Ansichten Hamburgs seit den 1880er Jahren, die vor allem von Georg Koppmann und Heinrich Strumper stammen. Was bislang fehlt, ist der Blick auf die 1860er Jahre, in denen die fotografische Vedute mittels Carte-de-visite-, Kabinett- und Stereofotos innerhalb weniger Jahre zum Massenartikel wurde.


Dr. Jan Zimmermann, Historiker, ist Inhaber einer Bildagentur (vintage-germany.de) für historische Fotografie und Herausgeber von Bildbänden über Hamburg und Lübeck.

 

Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18 Uhr, Vortragsraum der Staatsbibliothek, Von-Melle-Park 3

In Zusammenarbeit mit Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Vortrag mit musikalischer Begleitung: Prof. Dr. Reiner Lehberger/Sijia Ma: Der andere Helmut Schmidt. Musik, Kunst und die Politik.

Kann ein krisenerprobter Staatsmann und durchsetzungsstarker Politiker gleichzeitig ein kunstsinniger Mensch sein? Reiner Lehberger porträtiert den Politiker von einer wenig bekannten Seite als großen Musik- und Kunstliebhaber. Selbst als Kanzler setzte er sich nach langen Arbeitstagen ans Klavier. Das Musizieren bildete die längste Konstante seines Lebens. Der Klavierunterricht, den Schmidt auch nach 1933 von einer Lehrerin mit jüdischen Wurzeln erhielt, wird ebenso beleuchtet wie seine Aufenthalte und politischen Diskussionen in der Künstlerkolonie Fischerhude. Auch Ungereimtheiten in der schmidtschen Lebenserzählung kommen zur Sprache. Als Begleitung gibt es Schmidt-affine Musik: Gershwin, Bach und Schumann mit Sijia Ma am Flügel.


Reiner Lehberger, Erziehungswissenschaftler und langjähriger Leiter des Zentrums für Lehrerbildung Hamburg, hat mehrere Bücher zur Biografie der Schmidts veröffentlicht. Sijia Ma, ausgebildet in China und Hamburg, ist eine international erfolgreiche Pianistin und hat bedeutende Preise gewonnen.

Der Vortrag von Wiebke Müller muss leider krankheitsbedingt entfallen!

Mittwoch, 9. November 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Vortrag mit Musikbeispielen: Wiebke Müller M.A./Michael Fuerst: „Es darf jetzt daran erinnert werden...“. Eine biografisch-musikalische Annäherung an Edith Weiss-Mann.

Die Musikerin, Cembalospielerin, Musikpädagogin und -journalistin Edith Weiss-Mann belebte in den Weimarer Jahren die Alte Musik in Hamburg und spielte mit der von ihr 1927 begründeten „Vereinigung zur Pflege alter Musik“ auch im Museum. Angeregt durch Direktor Lauffer und Kustos Schröder wurde die Museumssammlung historischer Musikinstrumente mit der Vorstellung aufgebaut, dass diese bespielt werden. Damit begann eine Tradition, die bis heute anhält.


Die Kulturwissenschaftlerin und Historikerin Wiebke Müller arbeitet in der Museumsbibliothek und forscht zur Provenienz verschiedener Sammlungsbestände des Hauses. Der Cembalist Michael Fuerst lehrt an den Musikhochschulen in Bremen und Lübeck und erweckt das Fleischer Cembalo des Museums regelmäßig zum Leben.

 

Mittwoch, 30. November 2022, 18 Uhr, Großer Hörsaal im Museum für Hamburgische Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte

Die neue ZHG ist da! Präsentation der druckfrischen Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 108 (2022)

Nachdem das Format coronabedingt zwei Mal pausiert hat, stellt der VHG in diesem Herbst wieder den neuen Band seiner Zeitschrift in einer öffentlichen Veranstaltung vor. Die vier Aufsätze des neuen Bandes werden dabei in kurzen Statements von ersten Lesern (nicht von den Autoren selbst) vorgestellt, und das Redaktionsteam wird Rede und Antwort stehen (Dirk Brietzke und Rainer Nicolaysen für den Aufsatzteil; Angela Graf und Franklin Kopitzsch für den Rezensionsteil). Wir freuen uns auf Ihren Besuch und darauf, mit Ihnen auf den neuen Band – sei es mit Wasser oder Wein – anzustoßen.

 

 

Sonderveranstaltung: Donnerstag, 15. September 2022, 18 Uhr, Universität Hamburg, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Erwin-Panofsky-Hörsaal (Hörsaal C)

Eine Veranstaltung der Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e.V. und der Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte der Universität Hamburg in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden und dem Verein für Hamburgische Geschichte

Vortrag: Salomo Birnbaum und der Beginn einer kurzen Blütezeit der Jiddistik an der Hamburger Universität vor 100 Jahren.

Vor 100 Jahren, im Herbst 1922, fanden am Allgemeinen Vorlesungswesen der Hamburgischen Universität erstmals jiddische Sprachkurse statt. Durchgeführt wurden sie von Salomo A. Birnbaum (1891-1989), dem später international bekannten Jiddisten und Paläographen, der sich schon mit seiner 1918 veröffentlichten jiddischen Grammatik und seiner 1922 erschienenen Dissertation über das Jiddische einen Namen gemacht hatte. Der Hamburger Lehrauftrag war nach Birnbaums späteren Worten „the first modern lectureship for Yiddish in a university“. Von 1922 bis 1933, 21 Semester lang, lehrte Birnbaum schließlich nicht nur jiddische Sprache, sondern auch jiddische Literatur und Kultur, bis er als Jude von den Nationalsozialisten vertrieben wurde. Birnbaum floh mit seiner Familie nach Großbritannien, wo er als Dozent für Paläographie und Epigraphik des Hebräischen sowie für Jiddisch tätig war. Im Jahr 1970 übersiedelte er nach Toronto. 1989 starb Salomo Birnbaum 98-jährig in New York. Eine öffentliche Ehrung durch die Universität Hamburg blieb Birnbaum zu Lebzeiten verwehrt.

 

Um vorherige Anmeldung unter: birnbaum-blitspost(at)web.de wird gebeten.


Programm


- Musikalischer Auftakt: Maike Spieker (Klarinette)
- Begrüßung durch Inge Mandos, Vorstand der Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e.V.
- Grußwort von Prof. Dr. Susanne Rupp, Vizepräsidentin der Universität Hamburg
- Vortrag von Prof. Dr. Rainer Nicolaysen, Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte: „Salomo Birnbaum und die Universität Hamburg“
- Videobotschaft aus Toronto von David Birnbaum, Sohn von Salomo Birnbaum
- Musikalischer Ausklang: Maike Spieker (Klarinette)
- Kleiner Umtrunk